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Das Dompalais: ein Neubau mit viel Funktionalität und Ästhetik

Erstellt von Michael Keller, TA |

Martin Kühn, Vorstand der NT.AG, hat für sein Unternehmen ein Firmenbauwerk mit höchsten Ansprüchen errichtet

Dompalais? Nie gehört. Standardfrage mit Standardantwort. Noch. Das neue Gebäude in der Peterstraße hinter dem Dom ist den meisten zwar schon optisch ins Auge gefallen, aber mit Dompalais wissen die wenigsten etwas anzufangen. Als unlängst die Oettinger Rockets dort ihre Saisoneröffnungspräsentation abhielten, mussten die Beteiligten erst auf Suche gehen.

Hochtechnologie trifft Kunst und Funktion

Martin Kühn, Vorstand der benachbarten NT.AG, lächelt still. Er ist geistiger Vater des aufwändigen Baues. Seine Ideen und Vorstellungen wurden von dem Erfurter Architekturbüro Hoffman, Seifert & Partner umgesetzt. In nur 18 Monaten.

1997 hat der studierte Betriebswirtschaftler als Alleinstarter mit einem IT-Service begonnen. Sein Unternehmen erstellt Softwarelösungen und Managementsysteme für namhafte Banken, für Mittelständler und Ministerien. 2006 zählte man 23 Mitstreiter. Heute beschäftigt Kühns Unternehmen, für das er nie Kredite aufnahm und mit dem er auch nie an die Börse ging – selbst als das alle taten – bereits 75 Mitarbeiter.

Die braucht der visionäre Mittelständler ob der gebotenen Arbeitsbedingungen nicht weiter zu motivieren. Fluktuation gleich Null. Altersdurchschnitt: unter 35 Jahre. Da macht sich die enge Zusammenarbeit mit den Thüringer Universitäten bezahlt. Fast logisch daher auch, dass die NT.AG auch im 19. Jahr ihres Bestehens für jedes Neugeborene in den Mitarbeiterfamilien ein Begrüßungsgeld von 1000 Euro zahlt und sogar die Kitakosten übernimmt. Wer könnte da schon nein sagen?

Erst recht, wenn er sowohl im Hauptgebäude, als auch im Dompalais solch ein Arbeitsumfeld geboten bekommt. Kühn setzt in den Büroräumen auf viel Licht und Weite – bodentiefe Fenster, großzügige, hohe Räume, warme Farben, raffinierte Lichtkonzeptionen. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Im Keller eine Tiefgarage und das Herz des Hauses, das Rechenzentrum. Gut gesichert unter der Erde brummen hier Server, blinken LED-Leuchten im Takt. Funktional und teuer ist die "Schatzkammer", wie Kühn sie nennt. Heißt auch: Das Teuerste an dem Bauprojekt bleibt für das Auge unsichtbar. Fragt man Kühn allerdings nach der Investitionssumme für das Dompalais, weicht er aus. Über Geld spricht der 45-jährige gebürtige Erfurter nicht gern.

Schaut man sich aber im Haus um, weiß man, dass das, was hier gebaut wurde, nicht billig war. Edle Materialien, z.B. Treppen aus Seeberger Muschelkalk. Genau wie die Außenfassade. Ein deutschlandweit bislang einmaliges Unikat. 106 Tonnen Sandstein bildeten für Architekten und Baufirmen eine technologische, statische und energetische Herausforderung. Herausgekommen ist eine Optik, die sich ans Hauptgebäude der NT.AG, den direkt daneben liegenden, 2004 sanierten Kanonenschuppen, anlehnt.

Die Innengestaltung erfährt ihre Vollendung im Dachgeschoss, dem Konferenzzentrum des Hauses, das auch für hochwertige Veranstaltungen anderer Firmen genutzt werden soll. Ein großer Konferenzraum mit riesiger LED-Bildwand, Lounge mit Bar und Tresen, eine Küche, für Köche und Caterer. Im langen Flur: Kunst. 100 Unikate des Thüringer Malers und Grafikers Gerd Mackensen. Ein Platz, an dem es sich genießen und diskutieren lässt. Das "Sahnehäubchen" des Ganzen präsentiert sich im Außenbereich des Dachgeschosses. Eine riesige Dachterrasse, die sich mit einem Umlauf um das Haus zieht. Mit freiem Blick zu Dom und Severi. 100 Meter Luftlinie. Fast schon vergnügungssteuerpflichtig.

Kühn hat auf 2100 Quadratmetern Nutzfläche das Optimale in Funktion und Ästhetik gebaut, gemäß der Maxime schon der Vorväter: "Wer billigt kauft, kauft doppelt". Protzig kommt das Dompalais dennoch nicht daher. Das würde auch so gar nicht zu seinem Erbauer passen.

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